Social Media statt Real Life?


Schnell noch den eigenen Status auf Facebook updaten, aktuelle News twittern oder ein Selfie auf Instagram posten – was für viele Menschen heute zum Alltag gehört, kann zu einem ernstzunehmenden Problem werden: Denn Social Media Kanäle bergen ein höheres Suchtpotential als klassische Suchtmittel wie Zigaretten oder Alkohol, wie eine Untersuchung der University of Chicago zeigte. In den USA loggt sich demzufolge fast jeder Zweite zwischen 18 und 34 Jahren schon direkt nach dem Aufstehen bei Facebook, Twitter & Co. ein.


Alles digital

1989 wurde die Grundlage für das Internet geschaffen. Heute, 25 Jahre später, kann man sich der Omnipräsenz des weltweiten Austauschens von Informationen fast gar nicht mehr entziehen. Was mit dem bequemen Onlineshopping von der heimischen Couch aus begann, hat sich mit der Entwicklung von Social Networks auch auf zwischenmenschliche Beziehungen ausgeweitet. Jeder Zweite kommuniziert heute öfter digital statt real mit seinen Freunden. Die Gefahr dabei: Eine Social-Media-Sucht entwickelt sich im Vergleich zu einer Zigarettensucht meist viel intensiver. Abhängige verspüren den Drang, den ganzen Tag online zu sein.

Glücklich per Mausklick?

Soziale Netzwerke lösen Glücksgefühle aus: Eine Studie der Universität Mailand stellte heraus, dass Aktivitäten bei Facebook bei den Probanden zu starken Wohlgefühlen führten. Ein Grund dafür ist, dass die Selbstinszenierung in Social Networks die gleichen Belohnungszentren im Gehirn aktiviert, die auch beim Essen stimuliert werden. „Liked“ jemand dann den eigenen Status, empfinden die Nutzer das als Bestätigung. Dagegen leiden viele der Anwender unter depressiven Verstimmungen, wenn ihr Status nicht „geliked“ wird.

Wann man von einer Social-Media-Sucht spricht

Als eines der häufigsten Anzeichen dafür, dass man zu viel Zeit in sozialen Netzwerken verbringt, gilt das Vernachlässigen des Freundeskreises und der Familie. Wer außerdem wichtige Termine versäumt, den Überblick verliert und z. B. Schlaf- oder Hygieneverhalten vernachlässigt, gilt ebenfalls als gefährdet. Im schlimmsten Fall treten zum Online-Entzug körperliche Symptome wie innere Unruhe oder Nervosität bis hin zu Angstzuständen. Wer diese Anzeichen bei sich selbst beobachten kann, ist laut Experten stark abhängig.

Real statt digital

Der wichtigste Schritt, um eine Social-Media-Sucht zu überwinden, ist die Selbsterkenntnis. Gesteht man sich ein, dass man abhängig von sozialen Netzwerken ist, muss man einen maßvollen Umgang mit dem Internet erst wieder erlernen. Wer betroffen ist, sollte sich nach Möglichkeit ein zeitintensives Hobby suchen, das Ablenkung schafft. Auch ein Treffen mit Freunden ist eine willkommene Abwechslung.

Quelle: medicalpress.de – Bildquelle: inc.com

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