Gute Hilfe gegen verfärbte Zähne


Der Kaffee am Morgen, die Zigarette zwischendurch und der Rotwein mit Freunden zum Feierabend: All diese Dinge bereichern das Leben eines Genießers sehr, doch schaden sie auch unseren Zähnen. Unschöne Verfärbungen sind die Folge. Oft färben sich die Zähne dabei dunkel oder gelblich. Betroffene sind damit meist unzufrieden, viele leiden richtig darunter. Also muss Abhilfe geschaffen werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Verfärbungen entgegen zu wirken: natürliche Möglichkeiten des Bleichens, das Einsetzen von Veneers oder professionelles Bleaching. Was Betroffene tun können und welche Dinge sie dabei beachten müssen, soll im Folgenden einmal dargestellt werden.

Mit Obst und Gemüse gegen Verfärbungen

Viele suchen, bevor sie den Zahnarzt aufsuchen, erst einmal Hilfe zur Selbsthilfe. Bedenken gegen Nebenwirkungen eines professionellen Bleachings oder die Angst vor explodierenden Kosten werfen die Frage nach Hausmitteln gegen verfärbte Zähne auf. Folgende Möglichkeiten stehen Ratsuchenden zur Verfügung:

  • Der Klassiker: Backpulver. Die wohl älteste und zugleich umstrittenste Methode, zuhause seine Zähne auf Vordermann zu bringen, ist das Putzen mit Backpulver. Hierfür wird das Pulver mit ein wenig Wasser zu einer Paste vermischt, die wie normale Zahnpasta auf die Zahnbürste aufgetragen wird. Anschließend wird wie gewohnt mit der Paste geputzt. Viele schrecken hiervor zurück, weil das Ganze nicht besonders schmeckt. Wahrscheinlich auch besser so: Experten raten von einer regelmäßigen Behandlung mit der Backpulver-Paste ab. Das enthaltene Natriumhydrogencarbonat soll den Zahnschmelz regelrecht abschleifen, was zu schmerzempfindlicheren Zähnen und zu einem verminderten Schutz vor Erregern führt. Auf Dauer tut man sich also weniger einen Gefallen mit dieser Methode.
  • Reines Natron: Das Natron wird genauso verwendet wie das Backpulver. Hat aber auch die gleichen Nebenwirkungen.
  • Gesundes Obst: Äpfel und Zitronen. Die Säure, die in beiden Obstsorten enthalten ist, reinigt die Zähne und entfernt oberflächliche Verunreinigungen und Verfärbungen. Nebenbei liefern sie gesundes Vitamin C für den Rest des Körpers und stärken so das Immunsystem.
  • Kleine Früchtchen: Erdbeeren gegen Verfärbungen. Man kann die Erdbeeren in der Backpulver-Paste zerdrücken, auf die Zähne reiben und anschließend fünf Minuten einwirken lassen. Wer das Backpulver umgehen will, schneidet die Erdbeere auf, reibt mit der offenen Stelle über die Zähne und spült hinterher mit Wasser nach. Die Inhaltsstoffe aus der Schale der kleinen, roten Früchte wirken ebenfalls reinigend und entfärbend.
  • Die Kraft des Salzes: Mithilfe eines hochwertigen Kristallsalzes aus dem Reformhaus und ein wenig Wasser kann eine Salzsole angesetzt werden, die etwa eine Stunde lang stehen muss. Damit drei Mal täglich spülen, nach einer Weile werden die Zähne weißer und durch die Behandlung auch mit wichtigen Mineralien versorgt.
  • Es geht auch mechanisch: mit Kohlrabi, Staudensellerie und Karotte. Dieses knackige Gemüse einfach in der Mittagspause als Snack zu sich nehmen, die Zähne werden mechanisch gereinigt und nebenbei wird das Zahnfleisch massiert.
  • Der gesunde Zucker: Xylit. Dies ist ein Zuckeraustauschstoff, der aus Pflanzen gewonnen wird und sogar gegen Karies vorbeugen soll. Täglich werden drei halbe Teelöffel des Pulvers in den Mund genommen und die Flüssigkeit des aufgelösten Stoffes drei bis fünf Minuten im Mund bewegt. Nach vier bis acht Wochen soll sich die Wirkung des Stoffes zeigen.

Alle diese Möglichkeiten haben eine natürliche Basis, helfen aber nicht auf Dauer. Sie wirken nur bei schwachen Verfärbungen und bei regelmäßigem Konsum von Kaffee oder Nikotin reichen diese Hausmittel nicht aus. Wohl möglich muss also eine Lösung von längerer Dauer her.

Veneers – Keramik-Verblendungen lassen graue Zähne strahlen

Eine bei Zahnärzten und Zahntechnikern immer populärere Möglichkeit, Verfärbungen der Zähne wirksam verschwinden zu lassen, sind die sogenannten Veneers. Es wird zwischen Prep-Veneers und Non-Prep Veneers unterschieden. Beide Varianten gibt es aus Keramik und aus auf Harz basierendem Kunststoff. Es handelt sich dabei um 0,3 – 0,5 mm dünne Verblendungen, die auf die Zähne geklebt werden. Bei den Prep-Veneers muss vorher der Zahnschmelz um 0,3 – 0,9 mm abgetragen werden, damit der Zahn im Anschluss nicht zu dick wirkt. Die Non-Prep-Veneers werden ohne vorherige Behandlung aufgeklebt. Die hauchdünnen Schalen werden „dem natürlichen Zahn in der Farbnuance, der Form und weiteren individuellen charateristischen Eigenschaften genauestens angepasst“, erklärt Zahnarzt Dr. Gawora, welcher den Einsatz von Veneers in Zürich anbietet. So gibt es für den Patienten keinen fühlbaren Unterschied zu den unbehandelten Zähnen. Die Verblendungen können nur auf einen einzelnen oder auf mehrere Zähne aufgebracht werden. Bei guter Pflege halten die Veneers ca. zehn Jahre, was sie auch müssen, schließlich sind vor allem die Prep-Veneers nicht mehr zu entfernen. Non-Prep Veneers hingegen sind rückstandslos abzulösen, da für sie keine Zahnsubstanz abgetragen werden muss. Die Keramik-Veneers sind widerstandsfähiger als ihre Gegenstücke aus Kunststoff, dabei auch teurer, während die Kunststoff-Veneers besser zu erneuern sind, wenn doch einmal etwas kaputt geht. Die Vorteile der Veneers sind nahezu unübertroffen: Sie strahlen in einem natürlichen Weiß, sind resistent gegen Bakterien, sehr abriebfest und werden vom Körper komplikationslos vertragen.

Die Kosten für einen Einsatz von Veneers hängen stark vom behandelnden Zahnarzt und den nötigen Vorbehandlungen ab. Im Schnitt kann pro Veneer etwa mit 700 – 1000 Euro gerechnet werden, doch die Kosten variieren stark. Da es sich um einen kosmetischen Eingriff handelt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht und der Zahnarzt ist nicht an bestimmte Gebührenordnungen gebunden. Also setzt er sein Honorar selbstbestimmt an, wobei die Intensität der Beratung, der Herstellungsort sowie die Anzahl der Veneers und eventuell anfallende Vorbehandlungen komplett mitberechnet werden. Hinzu kommt, dass Veneers nicht für jeden Patienten geeignet sind. Menschen, die intensiv mit den Zähnen knirschen, sollten genauso von den Verblendungen absehen wie Menschen, die viel auf Stiften oder ihren Nägeln kauen. Auch Kampfsportler, die ohne Mundschutz trainieren und kämpfen, sollten Abstand von dem Einsatz der Veneers nehmen. Für diese Menschen kommt eine dritte Möglichkeit der Zahnaufhellung in Betracht: das Bleaching.

Bleaching mit Wasserstoffperoxid, Chlor und Co.

Das Bleaching, zu Deutsch das Bleichen, der Zähne ist die wohl bekannteste Behandlungsmöglichkeit von verfärbten Zähnen. Es gibt dabei zwei im Wesentlichen unterschiedliche Verfahren: Das In-Office-Bleaching und das Home-Bleaching. Vor beiden Verfahren ist eine gründliche Reinigung der Zähne erforderlich, außerdem muss das Zahnfleisch gesund sein. Beim In-Office-Bleaching wird das Aufhellen direkt in der Zahnarzt-Praxis vorgenommen. Das Bleichmittel wird direkt auf die Zähne aufgetragen und anschließend mit einer Kaltlichtlampe oder einem Soft Laser aktiviert. Innerhalb von einer bis zwei Stunden ist das Verfahren abgeschlossen und zeigt auch ein sofortiges Ergebnis. Das Gel, welches auf die Zähne kommt, enthält dabei verschiedene Chemikalien wie Wasserstoffperoxid oder Chlor. Das Wasserstoffperoxid löst dabei die Farbmoleküle aus dem Zahnschmelz. Es gibt auch eine Bleichmethode mit Schwefelverbindungen, die jedoch von kürzerer Dauer ist als das erstgenannte Verfahren.

Beim Home-Bleaching bekommt der Patient zunächst eine Einführung, anschließend nimmt er das Bleichmittel und eine eigens angefertigte Schiene mit nach Hause. Dort wird das Aufhellmittel in die Schiene gegeben und diese wird über zwei bis drei Wochen täglich eine bestimmte Zeit lang getragen. Nach diesen zwei bis drei Wochen ist das Ergebnis dann auch zu sehen.

Das Bleaching funktioniert nur bei natürlichen Zähnen, bei Kronen, Veneers und Füllungen hat es keinen Effekt. Deshalb ist unter Umständen ein Austausch der Füllungen aus ästhetischen Gründen erforderlich, wenn dies gewünscht wird. Nebenwirkungen, die auftreten können, sind meist eine Reizung des Zahnfleisches, eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Zähne und damit einhergehend eine erhöhte Empfindlichkeit gegen Hitze oder Kälte. Diese Nebenwirkungen sollten allerdings bald nach der Behandlung abklingen. Je nach Intensität des Nikotin-, Kaffee- oder Weinkonsums muss der Bleaching-Vorgang alle sechs bis 24 Monate wiederholt werden. Jedoch raten Ärzte ab, öfter als zwei Mal im Jahr bleichen zu lassen. Die Kosten für die ersten Sitzungen belaufen sich je nach Zahnarzt und möglichen Vorbehandlungen auf 300 – 700 Euro, die regelmäßigen Nachbehandlungen kosten dann etwa 100 – 300 Euro. Auch hier gilt: Bleaching ist ein kosmetischer Eingriff und wird nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Für ein chemisches Aufhellen der Zähne gibt es auch Produkte aus der Drogerie, die aber meist weniger wirksam sind als das professionelle Bleichen beim Zahnarzt. Wichtig ist es hier, sich vorher über die Testergebnisse der Produkte zu informieren, um Enttäuschungen zu vermeiden. Interessierte haben die Wahl zwischen Gelen, Schienen, Stripes und vielem mehr. Mit 15 bis 40 Euro sind die Drogerie-Produkte wohl günstiger als das Verfahren beim Zahnarzt, jedoch ersetzt der günstige Preis nicht die vorherige Diagnose beim Dentisten. Denn nur er kann sicher sagen, woher die Verfärbungen kommen und ob diese durch ein Bleichen des Kauapparats auch wirklich behoben werden können. Die Nebenwirkungen sind dieselben wie beim professionellen Bleaching, wobei eine unsachgemäße Anwendung zu weiteren Komplikationen führen kann. Weiterhin sollte bedacht werden, dass Studien belegt haben, dass regelmäßiges Bleachen den Zahnschmelz nachhaltig weicher werden lässt.

Besser vorbeugen als das Nachsehen haben

Ob es jetzt natürliche Methoden, der Einsatz von Veneers oder ein chemisches Bleaching sein soll: Methoden verfärbte Zähne wieder strahlen zu lassen, gibt es viele. Auf welches Verfahren die Wahl schlussendlich fällt, muss der Betroffene selbst entscheiden – alle haben ihr Für und Wider. Wichtiger als die Wahl des Mittels ist wohl die Vorbeugung:

  • gemäßigter Konsum von Nikotin, Kaffee, Wein oder ähnlichen färbenden Nahrungsmitteln,
  • regelmäßiges Zähneputzen, am besten drei Mal täglich,
  • Verwendung von weiteren Zahnpflegemitteln wie Mundwasser oder Zahnseide,
  • das Kauen von zuckerfreien Kaugummis mit Mikrogranulaten
  • regelmäßige Vorsorge beim Zahnarzt des Vertrauens.

Auf diese Weise sollte man sich lange an strahlenden und gesunden Zähnen erfreuen können.

Quelle: Celsy Dehnert – Abbildung: © robcartorres – Fotolia.com

-Gastartikel-

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