Die wichtigsten Heilkräuter von A bis Z – Teil 1


Viele Jahre lang waren Heilkräuter und Heilpflanzen das Einzige, das der Mensch gegen Krankheiten und andere Leiden einsetzen konnte. Und das scheint sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht verändert zu haben: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass etwa 80 % der Weltbevölkerung bei der Behandlung von akuten und chronischen Beschwerden auf pflanzliche Heilmittel vertrauen. Hier sind die wichtigsten einmal zusammengefasst. Heute erfasse ich das erste Teil davon, demnächst das zweite.

Ackerschachtelhalm (Schachtelhalm, Zinnkraut)

Vor ca. 400 Millionen Jahren war der Schachtelhalm so groß wie ein Baum und bevölkerte riesige Wälder. Die Heilpflanze selbst trägt keine Blüten, sondern vermehrt sich durch Sporen. Im Frühjahr erscheint sie als blass gelbliche stengelartige Pflanze, die nach kurzer Zeit verschwindet. Später wachsen dann grüne Sommertriebe, die man früher gerne zum Putzen von Metall verwendete, woher sich auch der Name Zinnkraut ableitet. Schachtelhalm enthält sehr viel Kieselsäure und wird bei Nierenkrankheiten und einem schwachen Bindegewebe eingesetzt. Es lindert außerdem Harnwegsinfektionen und hilft bei Leiden wie Blasenschwäche, häufigem Harndrang oder Inkontinenz.

Aloe Vera

Die Aloe Vera ist eine vielseitige Heilpflanze. In ihrer arabischen Heimat ist sie schon seit über 6.000 Jahren bekannt. Mit ihren dicken, fleischigen Blättern erinnert sie ihrem Aussehen nach an Kakteen, es handelt sich jedoch um eine Lilienart. In Mitteleuropa wird das Gel der fleischigen Blätter der Aloe Vera seit ca. 1930 sowohl innerlich als auch äußerlich heilwirksam eingesetzt. Insbesondere für die Haut ist es eine wahre Wohltat. Mittlerweile findet man das Gel in zahlreichen Kosmetika, Lebensmitteln und Alltagsprodukten. Aloe Vera wirkt entzündungshemmend, antiviral, antimykotisch, antibakteriell, wundheilend und immunstärkend. Innerlich angewendet hilft es bei Verstopfung, Rheuma, Arthritis, Gicht und Allergien.

Angelika (Engelwurz)

Die mannshohe Angelika ist eine alte Heilpflanze aus dem Norden und gehört zur Familie der Doldenblütler. Ihr Reichtum an Bitterstoffen macht sie besonders beliebt bei inneren Infektionen. Sie stimuliert Magen und Darm und verschafft auch Hilfe bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen sowie bei Regelschmerzen und Erschöpfungszuständen.

Anis

Anis gilt als eine der ältestem Heil- und Gewürzpflanzen und ist ein wahres Multi-Talent. Sie stammt ursprünglich aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern und wird in unseren Breiten nur in Gärten oder im landwirtschaftlichen Anbau angepflanzt. In der Heilkunde hilft Anis bei Schlafstörungen, Gallenstörungen und der Milchbildung. Außerdem verschafft es Linderung bei Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Blähungen oder Verstopfung. Wegen seiner schleimlösenden Wirkung wird Anis darüber hinaus auch unterstützend bei Erkältungen eingesetzt.

Arnika

Die Heilpflanze gehört zur Familie der Korbblütler und steht unter Naturschutz. Arnika kommt vorwiegend im Gebirge wie dem Hochschwarzwald oder den Vogesen vor und ist auch unter den Namen Bergwohlverleih, Stichwurzel oder Wundkraut bekannt. Aufgrund ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften wird sie hauptsächlich als Tinktur angewendet. Sie wirkt jedoch auch harntreibend, krampflösend, schmerzstillend und schweißtreibend und hilft auch bei Magenkrämpfen, Kreislaufbeschwerden und Gelenkschmerzen. Auf das Herz hat sie eine stärkende Wirkung.

Baldrian

Schon in der Antike galt Baldrian als universelle Heilpflanze, die bei verschiedenen Leiden eingesetzt wurde. Ihre rosafarbenen Blüten duften zart und angenehm und so ist es nicht verwunderlich, dass das Kraut eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und den Körper hat. Vor allem bei Schlafstörungen und nervösen Zuständen wird Baldrian empfohlen, aber es lindert auch Beschwerden wie Blähungen und Krämpfe.

Brennnessel

Die Brennnessel genießt einen schlechten Ruf, denn bei der Berührung mit der Pflanze verursachen ihre Blätter neben einem schmerzhaften Brennen auf der Haut auch Rötungen. Dabei sind ihre Blätter reich an Flavonoiden und Vitaminen und die Brennnessel selbst eine äußerst vielseitige Heilpflanze, deren Wirkung wissenschaftlich belegt sind. Sie wirkt harntreibend und durchblutungsfördernd und wird deswegen verstärkt bei Infektionen der Harnwege eingesetzt.

Fenchel

Fenchel gilt als eine der ältesten bekannten Kultur- und Heilpflanzen und wird in der Heilkunde in vielen Teilen der Welt eingesetzt. Geschätzt wird sie aufgrund ihrer verdauungsfördernden und magenberuhigenden Eigenschaften. Dabei bietet uns die Pflanze gleich drei seiner Teile zum Benutzen an: Seine samenähnlichen Früchte und die Wurzel werden in der Heilkunde vor allem bei Husten und Blähungen eingesetzt. Die fleischige Knolle kann man als Gemüse essen. Beide haben den typischen Fenchelgeruch bzw. -geschmack.

Frauenmantel

Der Ähnlichkeit zum Mantel der Jungfrau Maria verdankt dieses Heilkraut seinen Namen. Als Heilpflanze hat sie sich insbesondere in der Frauenheilkunde bewährt, aber auch in anderen Bereichen kann der Frauenmantel hilfreiche Dienste leisten. Die Pflanze ist reich an Gerb- und Bitterstoffen, Flavonoiden und ätherischen Ölen und hilft auch bei Störungen des Magen-Darm-Trakts.

Ginkgo

Der Ginkgo-Baum entstammt der Urzeit und hat sich bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten. Er stammt aus China, aber inzwischen wird er nahezu weltweit angepflanzt. Wie keine andere Heilpflanze versteht sich Ginkgo darauf, das Gefäßsystem besser zu durchbluten und dadurch zahlreichen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen. Der Grund für die positiven Wirkungen wird in der hohen Konzentration an Flavonoiden und Terpenoiden vermutet, die gefäßverstärkend und zellschützend agieren. Insbesondere seine positiven Auswirkungen auf die Gedächtnisfunktion sind sehr geschätzt.

Ginseng

In seiner asiatischen Heimat gilt Ginseng schon lange als Allheilmittel. So wirkt das Araliengewächs u. a. belebend, konzentrationsfördernd und immunstärkend. Häufig wird Ginseng zur Förderung der Leistungsfähigkeit und bei Gedächtnisschwäche eingenommen. Der positive Einfluss auf das Wohlbefinden geht auf die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe, genauer die Saponine zurück, die eine zellschützende Wirkung haben.

Ingwer

Ingwer erfreut die Gesundheit nicht weniger als den Gaumen, denn das exotisch scharfe Gewürz schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch ein wertvolles Heilmittel. Es wirkt besonders gut bei Übelkeit und leichten Verdauungsstörungen. Verantwortlich für diesen Effekt sind die positiven Auswirkungen der Scharfstoffe und ätherischen Öle, die die Magensaftproduktion anregen und die Verdauung in Schwung bringen.

Johanniskraut

Typisch für die Heilpflanze, deren Name sich vom Johanni-Tag am 24. Juni ableitet, sind ihre leuchtend gelben Blüten, die sie um die Sommersonnenwende in ihrer vollen Pracht entfaltet. Aus diesem Grund wird Johanniskraut auch besonders stark mit der Sonne assoziiert. Und genau wie diese wirkt das Heilkraut auch stimmungsaufhellend, weil es die Konzentration der beiden „Glückshormone“ Serotonin und Noradrenalin erhöht. Zahlreiche Studien haben diese Wirkung bestätigt. Es ist sogar bewiesen, dass Johanniskraut bei mittelschweren Depressionen genauso wirksam ist wie das Antidepressivum Fluoxetin.

Quelle: heilkraeuter.de – Artikelbild: Weleda

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