Welt-Parkinson-Tag: Parkinson soll seinen Schrecken verlieren


Parkinsonpatienten leben meist eher zurückgezogen. Doch Heute, einmal im Jahr, am Welt-Parkinson-Tag am 11. April, rücken sie in den Vordergrund. Zahlreiche Aktionen für Patienten, Angehörige und Ärzte verstärken weltweit die Aufmerksamkeit auf die Erkrankung mit all ihren Facetten. Was bedeutet Parkinson? Wie geht es den Patienten im Alltag? Was können Angehörige tun? Gibt es Neuigkeiten in der Forschung? Der Informationsbedarf ist groß und Aufklärung nötig, denn Parkinson ist auf dem besten Weg, zu einer Volkskrankheit zu werden.

Der Welt-Parkinson-Tag am 11. April, von der European Parkinson‘s Disease Association 1997 ins Leben gerufen, findet seitdem jährlich am Geburtstag des Arztes und Apothekers James Parkinson (1755-1825) statt. In Deutschland leiden um die 300 000 Menschen an der Nervenkrankheit; weltweit sind es etwa zwei Millionen, unter ihnen der Hollywoodstar Michael J. Fox ebenso wie die Boxlegende Muhammad Ali und der Schauspieler Ottfried Fischer. Experten gehen davon aus, dass allein in Deutschland jährlich rund 13.0001 neue Parkinson-Erkrankungen dazukommen. Grund für die starke Zunahme ist die steigende Lebenserwartung. Parkinson tritt in den meisten Fällen erst im Alter auf, doch auch junge Menschen ab 40 können bereits betroffen sein.

„Die Angehörigen und die Betroffenen sollen ermutigt werden, im Heute zu leben und der Sorge lebe wohl zu sagen. Je mehr wir uns öffnen und die Gesunden teilhaben lassen, umso mehr verliert Parkinson seinen Schrecken.“ so der von Parkinson-Betroffene Jürgen Mette.

Parkinson – was ist das?

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems. Der Teil des Gehirns, der an der Steuerung und Kontrolle fließender Bewegungen beteiligt ist, verändert sich. Diese Region ist eine Ansammlung von Nervenzellen und wird „schwarze Substanz“ genannt. Die Informationen zwischen diesen Zellen werden durch bestimmte Botenstoffe weitergeleitet(2).

Damit Bewegungen koordiniert und flüssig durchgeführt werden können, müssen diese Botenstoffe in einem Gleichgewicht stehen. Bei der Parkinson-Erkrankung bilden sich aber die Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren, immer mehr zurück. So kommt es auf Dauer zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe, mit der Folge, dass die besprochenen Symptome auftreten(3). Warum diese Rückbildung entsteht, ist nicht bekannt. Neuere Forschungs-ergebnisse legen nahe, dass Parkinson lange vor den Auftreten der „typischen“ Symotome beginnt – und zwar im Darm(4).

Typische Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung sind(5):

  • zittern
  • steife Gliedmaßen
  • unwillkürliche Bewegungen
  • verlangsamte Bewegungen
  • nicht-motorische Symptome wie depressive Verstimmung, Müdigkeit, Schmerzen, Verdauungsstörungen

Wichtig nach der Diagnose Parkinson: eine ganzheitliche Behandlung

Obwohl man die Erkrankung nicht heilen kann, ist es doch möglich, Symptome zu lindern und gut mit Parkinson zu leben. Voraussetzung ist eine individuelle Behandlung, die sich nicht nur auf die Hauptsymptome konzentriert. Denn Begleiterscheinungen wie Schluckstörungen, Schlafprobleme oder Übelkeit belasten das Leben der Patienten oft zusätzlich. Eine ganzheitliche, auf die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten abgestimmte Behandlung ist wichtig.

Für Parkinson-Patienten stehen heute verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehört neben Tabletten z. B. auch ein Medikamentenpflaster. Es gibt den Wirkstoff gleichmäßig über 24 Stunden direkt über die Haut unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes ins Blut ab.

Weitere Informationen findet ihr unter http://www.welt-parkinson-tag.de/ und http://www.parkinson-aktuell.de

Artikelbild: Neupro-PR

Quellen:

  • „Parkinson soll seinen Schrecken verlieren“, Pressemitteilung vom 09.04.2014, Deutsches Parkinson Portal
1 Die Parkinson-Krankheit: Häufigkeit, http://www.parkinson-web.de/content/was_ist_parkinson/die_parkinson_krankheit/haeufigkeit/index_ger.html, Stand Januar 2013 (letzter Zugriff 17.03.2014)
2 Die Parkinson-Krankheit: Entstehung. Anatomische Grundlagen – betroffene Gehirnstrukturen http://www.parkinson-web.de/content/was_ist_parkinson/entstehung/betroffene_gehirnstrukturen/index_ger.html, Stand August 2012 (letzter Zugriff 17.03.2014)
3 Thümler, Morbus Parkinson: Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag 2002
4 Stern et al. Mov Disord. 2012;27(1):54-60
5 Thümler, Morbus Parkinson: Ein Leitfaden für Klinik und Praxis, Springer Verlag 2002

 

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