Wintersportverletzungen vorbeugen


Pulverschnee, Sonnenschein und leere Skipisten – davon träumen Wintersportbegeisterte das ganze Jahr über. Ist es dann endlich so weit und der erste Tag im Schnee ist da, saust man gerne in hohen Geschwindigkeiten bis über 50 km/h die Hänge hinunter. Doch je höher das Tempo, umso höher sind auch die Verletzungsgefahr und das Unfallrisiko. Auch wenn die Unfallzahlen zurückgehen und es dank Skihelmen und Snowboardprotektoren auch immer weniger Schwerverletzte gibt, so sind die alpinen Unfallkliniken Winter für Winter dennoch überfüllt.

Doch zunächst das Positive: In den letzten 20 Jahren sind die schweren Verletzungen deutlich zurückgegangen. Gründe hierfür sind sicherere Skier und Bindungen, besser präparierte Pisten und das erhöhte Sicherheitsdenken der Wintersportler. Auch wenn für Erwachsene noch keine Helmpflicht besteht, so sieht man inzwischen doch mehr als die Hälfte mit Helm fahren. Heute erfahren wir, was wir noch machen können, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.


Schutz für kluge Köpfe – der Helm

Argumente wie schlechte Sicht, vermehrtes Schwitzen und verringertes Hörvermögen zählen nicht mehr: Heutige Helme sind atmungsaktiv und weder die Sicht noch das Hören ist behindert. Eine Skibrille kann ebenfalls problemlos über dem Helm getragen werden. Bei einer so rasanten Sportart sollte Sicherheit über Eitelkeit stehen, nur ist das vielen Erwachsenen leider noch nicht klar. Zwar sind sie noch nicht zur stabilen Kopfbedeckung verpflichtet, doch das Oberlandesgericht München entschied 2012 in einem Präzedenzfall auf eine Teilschuld zweier Skifahrer, die sich ohne Helm am Kopf verletzt hatten, da sie von einem anderen umgefahren wurden. Obwohl sie eigentlich schuldlos waren, hätten laut Richter die Verletzungen der Unfallopfer durch einen Helm vermieden werden können und daher mussten die beiden einen Teil der Behandlungskosten selbst tragen.

Mehr Rippenprellungen, weniger Beinbrüche:

Andere Verletzungen durch Carving-Skier

Kopfverletzungen machen nur 8,7 % aller Skiverletzungen aus. Die Schwachstelle ist hier das Knie: Zerrungen und Risse der Seiten-, Innen- und Kreuzbänder sowie des Meniskus gehören zu den häufigsten Unfallfolgen der Alpinskifahrer. Durch die Einführung der wendigeren Carving-Ski treten inzwischen häufiger Verletzungen an den oberen Extremitäten wie gebrochene Rippen oder Arme auf. Die Zahl der Beinbrüche hat sich dadurch verringert.

Snowboarder fallen anders

Auch Snowboarder schützen sich heute besser als noch vor einigen Jahren. Viele Freestyler tragen heute nicht nur Helm, sondern auch Rückenprotektoren. Bei den Snowboardern trifft jede zweite Verletzung die Arme, da sie natürlich anders stürzen und sich oft mit den Händen abfangen. Es folgen die Beine (40 %), während Verletzungen von Kopf und Rumpf eher selten sind (6 und 4 %). Was sie mit den Skifahrern gemeinsam haben, sind die Arten der Verletzungen: Knochenbrüche, Zerrungen und Verstauchungen sind am häufigsten, es folgen Schulter-, Knie- und Sprunggelenksverletzungen.

Auch Langlauf und Schlittenfahren kann gefährlich sein

Selbstverständlich ist Langlauf eine der gesündesten Wintersportarten. Schwere Unfälle passieren hier dank der geringeren Geschwindigkeiten selten. Doch auch ca. 1500 Langläufer landen pro Saison in den Unfallambulanzen: Daran sind meistens schlecht präparierte Loipen Schuld, die vor allem zu Knochenbrüchen an Händen und Knöcheln beitragen (über 75 %). Beim Schlittenfahren kann es an eisigen oder steilen Hängen zu heftigen Stürzen kommen. Plastikschalen sind dabei weitaus gefährlicher als die traditionellen Holzschlitten, da sie sich schwerer steuern lassen und Stöße direkt auf die Wirbelsäule übertragen werden.

Prävention auch sportlich sehen

Wintersportler, die das ganze Jahr über aktiv Sport treiben, haben ein geringeres Verletzungsrisiko als Sportmuffel. Ein paar Wochen vor dem Skiurlaub sollte man mit Skigymnastik beginnen, um Gelenke und Muskeln auf die ungewohnten Belastungen vorzubereiten. Auf der Piste kann man Unfällen vorbeugen, indem man lieber dort fährt, wo nicht so viel los ist und früher „Feierabend“ macht. Denn besonders am Nachmittag, wenn die Pisten abgefahren sind, der Schnee weich ist und die Muskeln müde werden, passieren die meisten Wintersportunfälle.

Weitere und sehr interessante Tipps sowie die zehn FIS-Regeln des Internationalen Skiverbands findet ihr auf der Webseite der Stiftung Sicherheit im Skisport: www.ski-online.de/stiftung-sicherheit/fis-verhaltensregeln.html

Was macht ihr um Skiunfällen und Wintersportverletzungen zu vermeiden?.

Quellen:

  • medicalpress.de
  • DSV aktiv/Freunde des Skisports e. V. / Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS)

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