Sehnsucht und Hunger


Wir erreichen das Ende der Woche und schließen das Thema Frühjahrsdiät mit einem Interview mit Maria Sanchez, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Gründerin von SEHNSUCHT UND HUNGER.

SEHNSUCHT UND HUNGER befasst sich mit den seelischen Ursachen von Essstörungen, beziehungsweise von emotionalem Essverhalten, und bietet Menschen die Möglichkeit, ihren Gewichtskampf dauerhaft zu beenden. Emotionales Essen bezeichnet den Drang, seelische Bedürfnisse durch Essen zu stillen und somit mehr Nahrung aufzunehmen, als der Körper eigentlich braucht. Ob ein Mensch übergewichtig oder normalgewichtig ist, spielt hierbei keine Rolle. Eine dauerhafte Lösung von einer Essstörung ist nur dann möglich, wenn die tieferliegenden Ursachen des Problems – die seelischen Gründe – gelöst sind. Die Beschäftigung mit den Regeln der Nahrungsaufnahme hilft nicht weiter, und Diäten verschlimmern in der Regel das Problem. SEHNSUCHT UND HUNGER bietet hierfür einen ganz neuen Therapieansatz.

Frau Sanchez, warum scheitern so viele Diäten?

Frau Maria Sanchez: Wenn wir essen möchten ohne vorher von unserem Körper das Signal Hunger erhalten zu haben, ist es kein körperlicher Hunger, der uns zum Essen auffordert. Die interessante Frage, die sich stellt, ist doch: Wonach habe ich Hunger, wenn mein Körper nicht nach Nahrung verlangt? Es handelt sich in diesem Moment um eine andere Art von Hunger. Dieser Hunger hat etwas mit unseren Emotionen zu tun, weswegen ich gern den Begriff „Emotionaler Hunger“ verwende. Wir versuchen uns dann über das Essen etwas zu geben, was wir uns anders noch nicht geben können.

Da Diäten sich nur mit der Nahrungsaufnahme befassen, beschäftigen sie sich lediglich mit dem Symptom, aber die eigentliche Ursache des Essproblems – die emotionale Ebene – bleibt unberührt. Über eine Diät können wir, wenn überhaupt, nur zeitweilig an Gewicht verlieren, denn die Emotionen, die uns vor der Diät zum Essen geführt haben, lösen sich durch eine Diät ja nicht auf. Entweder schon während einer Diät oder irgendwann danach werden wir wieder mit dem emotionalen Essen beginnen müssen und somit wieder an Gewicht zunehmen. Deshalb kann eine Diät auf Dauer keine Gewichtsabnahme ermöglichen.

Worin liegt der Schwerpunkt Ihrer Therapie bei „Sehnsucht und Hunger“?

Frau Maria Sanchez: SEHNSUCHT UND HUNGER arbeitet weder mit Ernährungsplänen, noch mit Sportprogrammen zur Gewichtsabnahme. Vielmehr lernen die Betroffenen den emotionalen Essdruck als eine Art Wegweiser zu ihren tiefer liegenden emotionalen Gründen zu nutzen und mit diesen zu arbeiten. So können sie sich Schritt für Schritt das geben, was sie emotional brauchen und müssen nicht mehr den Umweg über das Essen nehmen. Wenn das emotionale Bedürfnis nicht nur erkannt, sondern auch mit ihm gearbeitet wird, löst sich der emotionale Essdruck auf.

Darüber hinaus lernen die Betroffenen die Verantwortung für sich selbst nicht an einen reglementierenden äußeren Ernährungs- oder Sportplan abzugeben, sondern diese wieder zu sich zurückzuholen. Nur die Betroffene selbst kann die Expertin für sich selbst sein. Niemand sonst. Auf dem SEHNSUCHT UND HUNGER – Weg werden alle Ebenen mit einbezogen, auf denen das emotionale Essproblem entstanden ist. Das bedeutet die mentale, die körperliche und die Verhaltensebene.

Wann sollte ich als Patient zu Ihnen kommen?

Frau Maria Sanchez: Das Entscheidende ist, ob jemand unter seinem Essproblem leidet oder nicht. Wenn jemand darunter leidet, ist der SEHNUCHT UND HUNGER – Weg eine Möglichkeit, dieser Person zu helfen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mensch übergewichtig oder schlank ist – Leid entsteht aus einer individuellen Wahrnehmung heraus.

Was sind „dünne Dicke“? Und wie kann man ihnen helfen?

Frau Maria Sanchez: Es gibt viele schlanke Personen, die kein entspanntes Verhältnis zum Essen haben. Bei ihnen läuft im Vergleich zu natürlich schlanken Menschen immer ein Kontrolldenken in Bezug auf das Essen mit. Sie zählen Punkte oder Kalorien, um ihr Gewicht halten zu können, treiben intensiven Sport, um die aufgenommenen Kalorien wieder loswerden zu können oder sie versuchen über die Auswahl von bestimmten Nahrungsmitteln ihr schlankes Gewicht zu halten. Da diese Personen ohne reglementierende Maßnahmen dick wären, nenne ich diese Personengruppe die “dünnen Dicken“.

Natürlich schlanke Menschen denken während des Essens nicht nach. Sie essen, wenn sie hungrig sind und hören auf, wenn sie satt sind. Dünne Dicke hingegen kostet die ständige Beschäftigung mit dem Essen viel Kraft. Kraft, die ihnen in anderen Bereichen ihres Lebens nicht zur Verfügung steht.

Was halten Sie von Heilfasten und von Detox?

Frau Maria Sanchez: Wenn Heilfasten oder Entschlackungskuren gemacht werden, um sich und seinem Körper etwas Gutes tun zu wollen, ist dies eine schöne Sache. Für eine Gewichtsabnahme ist es unsinnig, da es hier die gleiche Problematik gibt, wie bei einem Diäthalten. Die Ursache des Problems wird nicht berührt, was bedeutet, dass die Gewichtsabnahme nicht von Dauer sein kann. Die Kilos kehren früher oder später zurück.

Mehr Infos findet ihr unter https://www.sehnsuchtundhunger.de/

Quelle: medicalpress.de – Maria Sanchez wurde von Urs Kuester fotografiert.

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