Wintergewürze – köstlich und gesund


Der erste Advent steht vor der Tür. Ab dieses Wochenende gibt es noch einmal jede Menge schöner Märkte deutschlandweit.

Der Besuch eines Weihnachtsmarkts ist vor allem ein olfaktorisches Erlebnis: Es duftet herrlich nach Zimtsternen, Lebkuchen und Glühwein. Was wären all diese Leckereien ohne die köstlichen Gewürze?. Anis, Kardamom und Vanille sorgen aber nicht nur für den köstlichen Duft und Geschmack, sie haben auch nachweislich gesundheitsfördernde Eigenschaften, die gerade jetzt gegen Erkältungen oder Verdauungsprobleme wirken oder zur Entspannung beitragen.

Heute entdecken wir gemeinsam etwas über die köstliche und gesunde Wintergewürze.

Zimtstangen vom Ceylon-Zimtbaum (links) und Indonesischer Zimt (rechts). Foto: Wikipedia

Zimt (Cinnamomum) – im Tee gut gegen Grippeviren

Zimt ist eines der ältesten Gewürze, das angeblich schon 3000 v. Chr. in China als solches verwendet wurde. Der feinere uns bekannte Ceylon-Zimt wurde um 1498 vom portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama auf der Insel Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, „entdeckt“ und so nach Europa gebracht. Sri Lanka ist noch heute eines der größten Anbaugebiete für Ceylonzimt.

Die ätherischen Öle der Rinde des Zimtbaumes wirken antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend. Sogar den Blutzuckerspiegel können sie bei regelmäßiger Einnahme senken. Die Stangen entfalten ihr Aroma erst so richtig, wenn man sie aufbricht und zerreibt oder in Flüssigkeit erhitzt. Tipp: Der chinesische Cassia-Zimt ist in den letzten Jahren aufgrund des hohen Cumarin-Gehalts stark in Verruf gekommen. Schon geringe Mengen Cumarin können bei empfindlichen Menschen die Leber schädigen, außerdem steht es im Verdacht, in hohen Mengen krebsauslösend zu sein. Verwenden Sie lieber den feineren Ceylon-Zimt, der z. B. in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich ist.

Gewürzvanille (Vanilla planifolia). Foto: Wikipedia.

Vanille (Vanilla planifolia) – der leckere Abwehr-Booster

Die perfekten Plätzchen für die Herzdame sind Vanillekipferl: Neben der aphrodisierenden Wirkung fördert das beliebteste Wintergewürz auch die Abwehrkräfte und wirkt appetithemmend. In Stress-Situationen löst es Verspannungen und wirkt aufheiternd.

Zwei verschiedene Ingwer Sorten auf einem Markt. Foto: Wikipedia.

Ingwer (Zingiber officinale) – der perfekte Schutz vor Erkältungen.

In der Ingwerwurzel sind viele Bitterstoffe und ätherische Öle enthalten, die Erkältungen vorbeugen und die Verdauungstätigkeit fördern. Auch als Mittel gegen Reiseübelkeit wird Ingwer eingesetzt. Ob als Aufguss oder kandiert, die Ingwer-Wirkstoffe sind im Winter ein Must!.

Im Vergleich: Grüner und schwarzer Kardamom. Foto: Wikipedia.

Kardamom (Elettaria cardamomum) – beruhigt Magen & Darm

Der Kardamomstrauch ist mit dem Ingwer verwandt – doch hier werden die Samenkerne verwendet – vor allem für Lebkuchen, Punsch oder Marzipan. Auch Kardamom sorgt für eine optimale Verdauung und zusätzlich für frischen Atem. Er regt den Kreislauf und die Sauerstoffversorgung des Gehirns an, kann stimmungsaufhellend wirken und es wird ihm ebenfalls eine aphrodisierende Wirkung zugesprochen. Eine Prise Kardamompulver macht übrigens den Kaffee bekömmlicher.

Anis in Form der Fruchtdroge (Anisi fructus). Foto: Wikipedia.

Anis (Pimpinella anisum) – krampf- & schleimlösend

Das beliebte Plätzchengewürz kennt man auch aus zahlreichen internationalen Digestifs wie Pastis, Raki oder Ouzo. Denn das Öl der Anisfrüchte hat eine krampflösende Wirkung und hilft bei Blähungen und Verstopfung. Bei Infektionen der oberen Atemwege kann es zudem schleimlösend wirken.

Muskatnuss. Foto: Wikipedia.

Muskat (Myristica fragrans):

Schon Hildegard von Bingen empfahl den Stimmungsaufheller. Muskatpulver stammt nicht aus Nüssen, auch wenn die Samenkerne des Muskatbaums bei uns so bezeichnet werden. Es wirkt in geringen Dosen entzündungshemmend, appetitanregend und auch stimmungsaufhellend – perfekt für die kalte Jahreszeit. „Muskatnuss“ sollte sparsam verwendet werden, da es aufgrund ihrer narkotischen Wirkung sonst zu Krämpfen oder Schwindel kommen kann. Beim Kochen sollte Muskatpulver erst nach der Zubereitung eingesetzt werden, da sich die ätherischen Öle bei großer Hitze verflüchtigen.

Getrocknete Gewürznelken. Foto: Wikipedia.

Nelken (Syzygium aromaticum) – für Migräne-Patienten

Eugenol, ein ätherisches Öl in der Gewürznelke, wirkt schmerzstillend und desinfizierend. Daher kommt es in der Zahnheilkunde zum Einsatz. Auch auf den Magen-Darm-Trakt wirken die süß-würzigen Nelken, die gemahlen sehr scharf schmecken können, beruhigend. Außerdem soll es Migräne vorbeugen und Anfälle lindern können.

Pimenta dioica, getrocknete, unreife Früchte. Foto: Wikipedia.

Piment (Pimenta dioica) – hilft gegen rheumatische Schmerzen

Pimentkörner sind die Früchte des Nelkenpfefferbaums. Schon die Azteken nutzten es als Heilpflanze gegen Blähungen, Rheuma Schmerzen und stressbedingte Nervosität. Und auch gegen Katersymptome wie Übelkeit, Sodbrennen und Kopfschmerzen nach der Silvesternacht sollen die aromatischen Beeren mit ihrem hohen Gehalt an Kalium, Calcium und Eisen helfen. Um sein Aroma ganz zu entfalten, muss Piment lange mitkochen.  

Koriandersamen. Foto: Wikipedia.

Koriander (Coriandrum sativum): Beruhigung pur

Die getrockneten Samen des Küchenkrauts duften nach Zitrusfrüchten und Zimt und verfeinern Spekulatius sowie Printen. Koriander-Sud wird als Naturheilmittel gegen Migräne eingesetzt, die Samen wirken beruhigend auf Nerven sowie Magen-Darm-Trakt und werden bei Reizhusten eingesetzt.

Interessante Rezepte Tipps für die Vorbereitung und Einnahme dieser Gewürze findet ihr hier.

Quellen:

  • medicalpress.de
  • Wikipedia

Artikelbild: Jenny Sander

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