Positiv zusammen leben


Am kommenden 1. Dezember 2013 ist Welt-Aids-Tag. Dieses Jahr lautet das Motto der Kampagne „Positiv zusammen leben!“. Es ist die erste öffentliche nationa­le Kampagne in Europa, die seit 2010 authentische Men­schen mit HIV in den Fokus der Öffentlichkeit stellt. Ich möchte euch auf diese Kampagne aufmerksam machen. Pharmawelt macht beim Kampf gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids aktiv mit und setzt sich für ein positives Zusammenleben ein. Deswegen zeige ich hier die rote Schleife diese Woche, zur Unterstützung dieser Kampagne und aller Menschen die mit der Ausgrenzung täglich konfrontiert sind.

Seid ihr auch dabei?. Auf zeigschleife.de zeigen Userinnen und User seit dem 30.10.2013 ihre Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS. Hier geht’s zur Aktionswebsite auf der ihr Schleife zeigen könnt.

Träger der Kampagne ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Kooperationspartnerinnen sind die Deut­sche AIDS-Hilfe (DAH) sowie die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS).

Die Ziele der Kampagne

Im Jahr 2012 lebten mehr als 78.000 Menschen in Deutschland mit HIV und Aids. Die Kampagne soll dazu beitragen, dass HIV-Positive oder an Aids Erkrankte ohne Ausgrenzung und Diskriminierung in unserer Gesellschaft leben können. Das soll erreicht werden, indem

• das Thema zum Thema gemacht wird,

• Ausgrenzung von Menschen mit HIV und Aids sichtbar und nachvollziehbar gemacht wird,

• realisierbare Lösungsansätze für ein positives Zusammenleben aufgezeigt werden,

• Aufklärungsarbeit geleistet wird,

• und zum Nachdenken und miteinander Reden angeregt wird.

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember erinnert uns: Jede und jeder von uns kann etwas tun, damit wir alle – HIV-Positive, HIV-Negative und Ungetestete – positiv zusammen leben können. Jeder kann Solidarität zeigen und Ausgrenzung abwehren, wenn Menschen mit HIV diskriminiert werden. Und jeder kann selbst aktiv werden. Nicht nur am 1. Dezember, sondern an jedem Tag im Jahr. Zum Beispiel, indem man Schleife zeigt, sich informiert, HIV zum Thema macht, ehrenamtlich arbeitet oder Geld spendet. Um das Thema HIV/Aids noch weiter in die Gesellschaft tragen zu können, werden seit 2012 erfolgreich für den Welt-Aids-Tag Unternehmen, Institutionen oder Verbände als Partner gesucht, die den Welt-Aids-Tag unterstützen – sei es durch Auslage von Informationsmaterialien oder Initiierung von Aktionen. Auf http://www.welt-aids-tag.de finden sich weitere Informationen und können Materialien für eigene Solidaritätsaktionen rund um den Welt-Aids-Tag heruntergeladen oder bestellt werden.

Die Inhalte

Die Kampagne zeigt eine große Vielfalt des Lebens mit HIV. HIV-positive Menschen stellen sich mit ihren authentischen, beeindruckenden Geschichten mutig in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Gegensatz zum letzten Jahr tun sie dies 2013 nicht mehr alleine, sondern sie werden solidarisch von einer Person aus ihrem Leben unterstützt – von einem besten Freund, einer Kollegin, einem Ehepartner und einer bekannten Sängerin, in deren Fanclub eine der Botschafterinnen aktiv ist. Ganz unterschiedliche Lebenssituationen werden erzählt. Die Botschafterinnen und Botschafter der Kampagne repräsentieren ein breites Spektrum der Gesellschaft. Jede und jeder Einzelne von ihnen steht für einen besonderen Aspekt des Lebens mit HIV. Sie berichten schwerpunktmäßig über ihre Familien, Freundinnen und Freunde, über HIV und die Behandlung, über ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt, ihr freiwilliges Engagement, über Ausgrenzung, aber auch über Solidarität und tatkräftige Unterstützung.

Der Themenschwerpunkt „HIV im Erwerbsleben“

Einen besonderen Fokus legt die Kampagne seit 2012 auf das Thema „HIV & Arbeit“. Rund zwei Drittel der Menschen mit HIV sind berufstätig, schätzen Experten. Dabei sind sie im Durchschnitt genauso leistungsfähig wie ihre Kolleginnen und Kollegen. Dennoch befürchten viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, dass Menschen mit HIV nicht voll einsetzbar sind. Und immer noch sind Mobbing oder ein „Karriereknick“ reale Gefahren. Denn obwohl man sich beim alltäglichen Umgang nicht anstecken kann, gibt es noch Angst vor Ansteckung am Arbeitsplatz. Um das Thema weiter in die Gesellschaft tragen zu können, werden seit 2012 erfolgreich Unternehmen, Institutionen oder Verbände als Partner gesucht, die den Welt-Aids-Tag unterstützen – sei es durch Auslage von Informationsmaterialien oder Initiierung von Aktionen.

HIV & Arbeitswelt – Wissenswertes und Fakten

Ich möchte Heute auch dazu beitragen, zur Aufklärung und Information rund um das Thema Thema „HIV & Arbeit“. Aus diesem Grund habe ich für euch ein paar wichtige Fakten geholt.

  • Rund zwei Drittel der Menschen mit HIV in Deutschland arbeiten. Das bedeutet: Eine/r von 1.000 Beschäftigten ist HIV-positiv.
  • Dank der Medikamente gegen HIV sind sie im Schnitt genauso leistungsfähig wie ihre Kolleginnen und Kollegen.
  • Eine Übertragung von HIV im Arbeitsalltag ist nicht möglich. Ausnahme ist die extrem seltene Infektion z.B. bei Nadelstichverletzungen im Rahmen von Operationen.
  • Eine HIV-Infektion muss dem Arbeitgeber nicht mitgeteilt werden.
  • Es gibt keine Berufsverbote für Menschen mit HIV/Aids in Deutschland. Ausnahme: Bestimmte Tätigkeiten im chirurgischen Bereich dürfen nicht ausgeübt werden, wenn die Anzahl der Viren im Blut („Viruslast“) des/der Betroffenen nicht unter der Nachweisgrenze liegt.
  • Bisher konnten HIV-Positive nicht Pilotinnen oder Piloten werden. Dies hat sich mit der neuen europäischen medizinischen Richtlinie für Flugpersonal geändert. Die Eignung ist nun vom individuellen Gesundheitszustand abhängig, nicht allein von der HIV-Infektion (Richtlinie trat zum 8.4.2012 in Kraft; Umsetzung in Deutschland erfolgte ein Jahr später).
  • Komplikationen kann es bei Arbeitsplätzen geben, die mit Reisetätigkeit oder Arbeitseinsätzen in Ländern verbunden sind, die Menschen mit HIV die Einreise oder einen längeren Aufenthalt verbieten.
  • Eine HIV-Infektion ist kein Kündigungsgrund.
  • Eigentlich ist klar geregelt, dass ein HIV-Test nicht zur Ein­stellungsuntersuchung gehört. Es darf nur getestet werden, was für die Ausübung der angestrebten Tätigkeit relevant ist.
  • Sollte aber im Rahmen von Einstellungsuntersuchungen oder an­deren betriebsärztlichen Untersuchungen eine HIV-Infektion bekannt werden, unterliegen Betriebs- und Amtsärztinnen/-ärzte der gesetzlichen Schweigepflicht. Im Zuge der Einstel­lungsuntersuchungen dürfen sie der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber lediglich mitteilen, ob die Bewerberin oder der Bewerber für die angestrebte Tätigkeit geeignet ist, aber kei­ne Diagnosen nennen. Und auch wenn sie von der Infektion eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin erfahren, dürfen sie dies dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin nicht mitteilen. Dies ist leider immer noch nicht selbstverständlich.

Weitere Informationen findet ihr hier.

Quellen:

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