11. Jahrestag des Cholesterins


Die DGFF (Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen) war mit ihren Veranstaltungen zum „11. Tag des Cholesterins“ Gestern Freitag, 21. Juni 2013 zu Gast in der bayerischen Landeshauptstadt München. Heute, 22. Juni 2013  findet die ärztliche Fortbildung im Klinikum Großhadern, München, statt.

Noch immer stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache in Deutschland dar. Neben hohem Blutdruck, Nikotingenuss, Übergewicht oder Diabetes ist ein erhöhter Cholesterinwert einer der großen Risikofaktoren, die zu Herzinfarkten führen. Dazu Dr. Heike Kantner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der DGFF und Erfinderin des „Tag des Cholesterins”: „Es ist uns noch immer – und das im wahrsten Sinne des Wortes – eine Herzensangelegenheit, dass die Menschen ihre Blutfettwerte so früh wie möglich bestimmen lassen, vor allem, wenn eine familiäre Vorbelastung besteht. Prävention und Aufklärung sind uns wichtig – dass noch rund 60 Prozent der Erwachsenen ihre Cholesterinwerte nicht kennen, ist schlicht unvernünftig. Lassen Sie uns den „Tag des Cholesterins“ nutzen, um möglichst viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden.”

Eine in Deutschland  kürzlich erstellte Studie ergab, dass viel zu wenige Deutsche ihren Cholesterinwert kennen und über Grenzwerte und Gefahren gar nicht ausreichend informiert sind.

Cholesterin – was ist das genau?

Cholesterin ist eine für den Menschen lebenswichtige, fettähnliche Substanz, die im Organismus natürlich vorkommt und vom Körper selbst hergestellt wird. Es ist maßgeblich am Aufbau der Zellmembran und an zahlreichen Stoffwechselvorgängen des Gehirns beteiligt. Auch für die Produktion von Gallensäure zur Fettverdauung sowie für die Bildung von Vitamin D und bestimmten Hormonen (wie Cortisol, Östrogen oder Testosteron) ist Cholesterin ein wichtiger Ausgangsstoff.

Der Körper benötigt täglich 0,5 bis 1,0 Gramm Cholesterin, 75% davon stellt er in der Leber selbst her. Das restlichen 25% werden über die Nahrung aufgenommen.

Gutes Cholesterin, schlechtes Cholesterin?

Cholesterin ist ein Lipid und daher schlecht wasserlöslich. Um es im Blut zu transportieren, verbindet es sich mit wasserlöslichen Proteinen. Die so aus Fett und Eiweiß gebildeten Lipoproteine gibt es mit sehr niedriger (VLDL), niedriger (LDL) und hoher (HDL) Dichte. Das VLDL ist dabei eine Vorstufe des LDL. Aufgrund des hohen Lipidgehalts wird das LDL auch als „schlechtes Cholesterin” bezeichnet, das HDL gilt wegen des geringen Fettgehalts als „gutes Cholesterin”.

LDL-Cholesterin (engl.: Low Density Lipoprotein), der „schlechte” Cholesterintransport, bringt das Cholesterin zu verschiedenen Organzellen. Ist das Angebot an Cholesterin höher als die Aufnahmekapazität der Zelle, gibt das LDL Cholesterin direkt ins Blut ab. Dort lagert es sich in den Gefäßwänden ab, wodurch sich die Blutgefäße mit der Zeit verengen können.

Diese „Plaques” genannten Ablagerungen können sich irgendwann loslösen und platzen, was eine örtliche Thrombose zur Folge hat. Doch nicht nur das Platzen, auch die Einengung durch die Ablagerungen kann schon zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

HDL (engl.: High Density Lipoprotein), die „gute” und nützliche Cholesterintransportform nimmt überschüssiges Cholesterin aus Blut und Zellen auf und bringt es zurück zur Leber. HDL kann sogar an den Gefäßwänden sitzendes Cholesterin wieder lösen und verhindert daher die Gefäßverkalkung.

Herzinfarktrisiko: Welche Werte spielen noch eine Rolle?

Um die Gefahr einer Gefäßverkalkung zu ermitteln, werden daher bei der Blutabnahme auch die Triglyceride (Neutralfette) bestimmt.  Zur Abschätzung des individuellen 10-Jahres-Risikos für einen Herzinfarkt gibt es den PROCAM-Risk-Score, der anhand von acht Parametern berechnet wird:  Alter, LDL-Wert, HDL-Wert, Triglycerid-Wert, Systolischer Blutdruck, Raucher, Diabetiker, Herzinfarkt in der Verwandtschaft.

Deshalb ist es wichtig, dass der LDL-Cholesterinwert im Körper möglichst niedrig und der HDL-Wert hoch ist. Ein einfacher Cholesterinwert bei der Blutabnahme sagt nicht viel aus – es müssen in jedem Fall die Untereinheiten HDL und LDL bestimmt werden.

Wie kann man den Cholesterinwert langfristig senken?

Professor Klaus Parhofer, stellvertretender Vorsitzender der DGFF und Leitender Oberarzt in der Medizinischen Klinik II in Großhadern: „Nach wie vor spielen Lebensstil-Änderungen bei der Therapie von Fettstoffwechselstörungen eine wichtige Rolle – und am besten wirken sie in Kombination, also: Ernährungsumstellung, Steigerung der körperlichen Aktivität und Beendigung des Rauchens.”

Doch nicht bei jedem Betroffenen werden durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung die angestrebten Zielwerte für die Blutfette erreicht. Dann sollten zusätzlich Medikamente zur Senkung der LDL-Werte eingenommen werden. So genannte Statine werden als Dauertherapie zur Senkung der Blutfette — wie einem stark erhöhten Cholesterinspiegel – eingesetzt, falls Diäten und andere Maßnahmen nicht greifen. In besonders schweren Fällen kann man auch eine so genannte Blutwäsche (Lipoprotein-Apherese) durchführen.

Mehr Infos über den „Tag des Cholesterins“ sowie Ratgeber für Patienten und vieles mehr, findet ihr hier.

Quellen: medicalpress.de, www.lipid-liga.de, www.chd-taskforce.de, www.cholesterinspiegel.de

Artikelbild: Yupik PR

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