Heiße Jahreszeit: Insektenstiche


Foto: Edelman GmbH

Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit. Man verbringt viel Zeit im Freien, beim Baden, Grillen mit Freunden oder im Freilichttheater – alles wird ins Grüne verlegt. Wären da nicht auch Insektenstiche, Sonnenbrand, Hitzschlag und Blasenentzündung –  die Schattenseiten des langersehnten  Sommers. Medicalpress hat ein Interview mit Prof. Dr. Heinz Mehlhorn, Parasitologe in der Universität Düsseldorf, geführt. Ich fand sie ganz interessant und passend zu dieser Jahreszeit, deswegen habe ich sie hier für euch geholt.

Welche Gefahren bringt ein Insektenstich?

Prof. Dr. Heinz Mehlhorn: Blutsaugende Insekten injizieren bei ihren Stichen stets Speichel, der betäubende, blutverflüssigende und gefäßerweiternde Komponenten enthält. Auf diesen Speichel reagieren einzelne Menschen unterschiedlich, manche reagieren stark (= starke Beulen = Quaddeln, große Rötungen, starker Juckreiz etc.), manche nur wenig. In Ländern ab dem nördlichen Mittelmeerrand können diese Insekten auch noch Erreger (Viren, Bakterien, Würmer) übertragen, z.B. in den Tropen Malaria, Degue- und Gelbfieber, Leishmaniose etc. Weibliche Stadien der Bienen, Wespen, Hummeln, Hornissen etc. haben am Hinterende einen Stachel. Beim Stich (zur Verteidigung) injizieren sie damit Gift, das zu Schmerz und Hautreaktionen führt. Sensible Personen können durch einen sogenannten allergischen Schock nach einem solchen Stich zu Atemnot, Atemstillstand erleiden oder sogar sterben. Diese Personen müssen immer entsprechende Mittel dagegen mit sich führen.

Wie erkennt man eine Mückenallergie?

Prof. Dr. Heinz Mehlhorn: Die Stichreaktionen werden besonders groß und halten sehr lange an. Zudem werden die Reaktionen nach jedem Stich stärker.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Prof. Dr. Heinz Mehlhorn: Sofort, wenn sich solche Insektenstiche entzünden oder die Herkunft großflächiger Rötungen unbekannt ist, denn dann kann ein Zeckenstich mit der Übertragung der Borreliose-Bakterien vorliegen. Auch nach Bienen- etc. Stichen, sofern bei den Personen Beeinträchtigung der Atmung bzw. der Körperspannung vorliegt. Dann muss ein Antiallergikum verabreicht werden.

Was ist in puncto Insektenschutz bei Fernreisen wichtig?

Prof. Dr. Heinz Mehlhorn: Bei Fernreisen sollte man wissen/erfragen, welche Infektionsrisiken in diesem Land für Menschen bestehen. Man kann sich vorbeugend (z.B. gegen Gelbfieber) impfen. Wichtig ist, dass man ausreichende Mengen eigener Medikamente mitnimmt. Das gilt auch für Repellents (z.B. mit dem Wirkstoff Icaridin), denn es ist nicht sicher, ob man in diesen Ländern gleichwertige Produkte mit hoher Sicherheit des Schutzes gegen Insekten und Zecken bekommt, wie die in Deutschland vorhandenen, die zudem auch noch eine extrem hohe Sicherheit mit Blick auf die Verträglichkeit garantieren.

Was gibt es Neues aus der Forschung?

Prof. Dr. Heinz Mehlhorn: Es hat sich gezeigt, dass durch die Globalisierung immer mehr Insektenarten (auch blutsaugende) in Europa und bei uns in Deutschland anlanden. Potenziell können diese Einwanderer Erreger „an Bord“ haben, die sich dann hier ausbreiten. Beispiel ist das sog. Chikungunya-Fieber, das sich durch die in Mücken eingeschleppten Erreger in Italien ausgebreitet hat. In Deutschland gibt es mittlerweile Aedes albopictus (Tigermücke: Überträger des Dengue-Fiebers) und Aedes japonicus (Buschmücke: Überträger der Japanischen β-Enzephalitis). Daher gilt der Grundsatz, nicht nur in den Tropen, sondern auch hier zu Hause stets nur geprüfte Repellents im Freien zu verwenden, die sowohl gegen Zecken und Mücken schützen und dazu noch gut hautverträglich sind.

Noch dazu, habe ich paar Tipps um Insektenstiche zu vermeiden zusammengefasst:

1. Zu Hause: in der heißen Jahreszeit versuchen Sie den Rasen immer kurz zu halten und die Wasseransammlung von Wasser im Garten zu vermeiden. Insektenschutz für Türe und Fenster kann es auch sehr hilfreich sein, wenn Ihre Lage besonders Insekten belastet in Sommer ist.

2. Insektenschutzmittel immer gemäß der Gebrauchsanweisung gleichmäßig und lückenlos auftragen, weil Insekten die kleinste unbehandelte Hautstelle aufspüren.

3. Insektenschutzmittel immer zuletzt anwenden, nach Sonnencreme und Kosmetika. Es kann sinnvoll sein, dass Produkt auch unter dünner Kleidung anzuwenden da gerade Mücken sonst hindurchstechen können.

4. Nach dem Schwimmen erneut auftragen, da Insektenschutzmittel normalerweise nicht wasserfest sind. Bei Abrief, starkem Schwitzen oder hoher Luftfeuchtigkeit kann die Wirkdauer verkürzt sein. Dann bei Bedarf nachcremen oder –sprühen.

5. Beachten Sie auch die Wirkdauer des Produkts.

Trotzdem, wenn Sie einen Insektenstich bekommen, am besten sollten Sie an der Einstichstelle nicht kratzen. Denn mit Ihren Fingern können Bakterien in die Wunde eindringen und eine Entzündung auslösen. Wenn der Insektenstich anschwillt, besonders schmerzt oder gerötet ist, das weist darauf hin, dass sich eine Entzündung gebildet hat. Um die Symptome eines Insektenstichs zu lindern, sollte die Haut gekühlt werden. Dazu eignen sich ein Eispack oder Kühlsalben, die in der Apotheke erhältlich sind. Eis sollte nicht direkt auf die Haut gelegt, sondern mit einem Tuch umwickelt werden.

Quellen: medicalpress.de, Edelmann GmbH

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